MHD & Abschreibung
Donnerstag Regalrunde — Freitag steht alles in „Sonstiges“
11. Juli 2026 · ca. 6 Min. Lesezeit
Donnerstag, ruhiger Vormittag. Jemand geht die Regale ab — Joghurt abgelaufen, Dose eingedrückt, Flasche im Gang zerbrochen. Alles wandert in die Tonne. „Tragen wir Freitag ein“, sagt die Filialleitung. Freitag wird Samstag mit Kundenandrang. Am Monatsende steht eine Summe unter „Sonstiges“ — und die Inventur erklärt nichts.
Warenabgänge, die nicht über die Kasse laufen, brauchen Einzelfälle: Artikel, Menge, Grund, Bewertung. Wer MHD und Bruch erst als Sammelposten verbucht, verliert Muster — und kann dem Finanzamt keine saubere Bruchliste zeigen.
Gründe, die der Alltag versteht
- Der Joghurt mit überschrittenem MHD wandert bei der Donnerstagsrunde in die Rotation nach dem First-in-first-out-Prinzip.
- Die Flasche, die beim Einräumen aus dem Karton fällt, ist ein klarer Fall von Bruch, nicht von Schwund.
- Beschädigte Verpackung mit unverkäuflichem Inhalt bekommt den Grund Qualitätsausschuss statt „Sonstiges“.
Beschädigte Ware ausbuchen heißt: identifizieren, bewerten, sofort — nicht aus dem Gedächtnis. EAN-Scan am Terminal ersetzt Tippfehler. EK oder VK legen Sie je Bruchgrund fest; der Snapshot zur Buchungszeit bleibt für den Export nachvollziehbar.
MHD-Routine statt Monatsschock
Lebensmittelhandel lebt von Rotation. Digitale Erfassung am Regal macht aus der MHD-Kontrolle Daten — welche Warengruppe läuft zu oft ab, welcher Lieferrhythmus passt nicht? Einzelbuchungen reduzieren die Rest-Differenz nach der Inventur; eine pauschale Bestandsminderung wirkt dagegen wie eine bloße Schätzung.
Vom Regal zur Kanzlei
Monats-PDF für die Akte, CSV oder DATEV-EXTF für SKR03/04 — Konten mit Steuerberater abstimmen. Korrekturen und Storno vor Export abschließen. Praxis Scan: EAN-Scan Bruch-Erfassung. Bruch vs. Schwund: Bruch und Schwund trennen. Inventur: Inventurdifferenzen buchen.
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